Content-Kalender

Content-Kalender November 2026: Alle Gedenk- und Aktionstage

1. November 2026

·

4 Min. Lesezeit

Pinnwand mit nummerierten Kalenderfeldern

Inhaltsverzeichnis

Kein Monat im Jahr ist dichter gepackt mit historischen Gewichten als der November. Vier zentrale Ereignisse der deutschen Geschichte fallen in diesen Monat: die Novemberrevolution 1918, der Hitlerputsch 1923, die Reichspogromnacht 1938, der Mauerfall 1989. Dazu kommen Gedenktage, die sich mit Gewalt, Toleranz und Kinderrechten befassen, und einer der emotionalsten staatlichen Feiertage, den Deutschland kennt. Wer im November kommuniziert, bewegt sich auf historisch aufgeladenem Terrain – das verlangt Sorgfalt, aber bietet auch außergewöhnliche inhaltliche Tiefe.

In diesem Artikel nehme ich den November 2026 unter die Lupe: die wichtigsten Aktions- und Gedenktage – und konkrete Ideen, wie du sie als politisch Aktiver nutzen kannst.


9. November – Schicksalstag der Deutschen

National (Deutschland) | Fester Termin: immer 9. November | Mehrfacher Gedenktag

Kein Datum ist in der deutschen Geschichte so mehrfach aufgeladen wie der 9. November. An ihm bündeln sich vier der bedeutendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts:

  • 1918 – Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann, Beginn der Novemberrevolution
  • 1923 – Scheitern des Hitler-Ludendorff-Putsches in München
  • 1938 – Reichspogromnacht: vom NS-Regime organisierte Gewalt gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Über 1.400 Synagogen wurden zerstört, Hunderte Menschen ermordet, rund 30.000 Juden in Konzentrationslager verschleppt. Der Pogrom markiert den Übergang zur systematischen Vernichtung
  • 1989 – Mauerfall: Die Öffnung der innerdeutschen Grenze nach 28 Jahren

Dass der 9. November nicht Nationalfeiertag wurde, ist kein Zufall: Im Einigungsvertrag 1990 wurde bewusst der 3. Oktober gewählt, um nicht den Mauerfall mit der Erinnerung an die Reichspogromnacht zu überlagern. Der 9. November 2026 jährt sich der Mauerfall zum 37. Mal. Berlin begeht ihn mit der „Freedom Week“.

Content-Idee: Dieser Tag ist zu gewichtig für oberflächliche Beiträge. Wer kommuniziert, sollte die Doppelnatur des Datums – Freude über den Mauerfall, Trauer und Verantwortung wegen der Pogromnacht – nicht gegeneinander ausspielen, sondern in ihrer historischen Spannung ernst nehmen. Besonders glaubwürdig wirkt eine persönliche Reflexion: Was bedeutet dieser Tag konkret für das eigene politische Handeln heute?


15. November – Volkstrauertag

National (Deutschland) | Beweglicher Termin: immer zweiter Sonntag vor dem ersten Advent | 2026: 15. November

Der Volkstrauertag erinnert an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Nationen. Er wurde in seiner heutigen Form 1952 eingeführt und wird seitdem alljährlich zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen – 2026 fällt er auf den 15. November. Im Mittelpunkt stehen Gedenkveranstaltungen auf Bundesebene im Deutschen Bundestag sowie an Gedenkstätten und Kriegsgräbern im ganzen Land. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist der zentrale Träger des Tages.

Content-Idee: Der Volkstrauertag ist ein staatsbürgerlicher Gedenktag, der über politische Grenzen hinweg Respekt gebietet – parteitaktisch lässt er sich kaum vereinnahmen. Ein Statement zur Verantwortung gegenüber den Opfern von Krieg und Diktatur, zur Arbeit des Volksbundes oder – mit Blick auf aktuelle Konflikte – zur Frage, was wir aus der Geschichte für den Umgang mit heutigen Kriegen lernen können, ist an diesem Tag besonders wirkungsvoll.


16. November – Internationaler Tag für Toleranz

International | Fester Termin: immer 16. November | UNESCO-Aktionstag seit 1995

Am 16. November 1995 unterzeichneten die 185 UNESCO-Mitgliedstaaten die „Erklärung der Prinzipien zur Toleranz“. Seitdem wird dieser Tag als Internationaler Tag für Toleranz begangen – mit der Botschaft, dass Toleranz Grundbedingung für Frieden und gesellschaftliche Entwicklung ist. Die UNESCO vergibt jedes Jahr den Madanjeet-Singh-Preis für die Förderung von Toleranz und Gewaltlosigkeit.

Content-Idee: Zwischen Volkstrauertag (15.) und dem Gedenken an die Pogromnacht (9.) wirkt der Toleranztag im November wie ein inhaltlicher Brückenmoment: von der Erinnerung an das Scheitern der Toleranz in der Geschichte hin zu einer Haltung für die Gegenwart. Wer hier kommuniziert, sollte Toleranz an konkreten Fällen von Intoleranz festmachen – gesellschaftlicher Ausgrenzung, Hate Speech, Antisemitismus – statt sie als abstrakte Tugend zu formulieren.


20. November – Internationaler Tag der Kinderrechte

International | Fester Termin: immer 20. November | UN-Aktionstag seit 1954, Kinderrechtskonvention seit 1989

Am 20. November 1959 verabschiedete die UN-Generalversammlung die erste „Erklärung der Rechte des Kindes“. Genau 30 Jahre später, am 20. November 1989, folgte die UN-Kinderrechtskonvention – das meistratifizierte Menschenrechtsdokument der Geschichte. In Deutschland wird dieser Tag unter dem Begriff Weltkindertag auch am 20. September begangen; der 20. November ist der UN-offizielle Termin mit dem Fokus auf Kinderrechten als Menschenrechten.

Content-Idee: Kinderrechte sind keine weiche Randthematik – sie berühren Bildungspolitik, Armutsbekämpfung, Flucht und Migration, Kinderschutz im Netz und das Recht auf politische Beteiligung. Ein Statement, das konkrete Defizite bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland benennt – etwa bei Kinderarmut oder Bildungsungerechtigkeit – wirkt stärker als allgemeine Bekenntnisse zu Kinderrechten.


25. November – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

International | Fester Termin: immer 25. November | UN-Aktionstag seit 1999 | Beginn der „16 Tage gegen Gewalt“

Der 25. November geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik am 25. November 1960 zurück – sie waren politische Aktivistinnen und wurden vom Diktator Trujillo ermordet. Seit 1981 ist der Tag ein internationaler Gedenktag, seit 1999 von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt. Er markiert gleichzeitig den Beginn der „16 Tage gegen Gewalt“ – einem weltweiten Aktionszeitraum bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Im Zuge der UN-Kampagne „Orange the World“ erstrahlen weltweit Gebäude in Orange als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

In Deutschland endet fast jeden Tag ein Femizid oder ein Versuch: 2023 wurden 360 vollendete Femizide registriert bei 938 Versuchen.

Content-Idee: Dieser Tag verlangt eine klare Haltung. Für Kommunalpolitiker bieten sich Hinweise auf lokale Beratungsstellen, Frauenhäuser oder kommunale Schutzmaßnahmen an. Für Landtags- und Bundestagsabgeordnete eignen sich konkrete gesetzgeberische Positionen: Umsetzung der Istanbul-Konvention, Ausbau des Hilfssystems, Stärkung der Strafverfolgung bei häuslicher Gewalt. Wer an diesem Tag kommuniziert, sollte Zahlen nennen und Konsequenzen fordern.


Dieser Artikel ist Teil der monatlichen Content-Kalender-Reihe von betterpolitics. Jeden Monat findest du hier die wichtigsten Termin-Anker für politische Kommunikatoren – mit Hintergrund und konkreten Content-Ideen.

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Pascal Schejnoha, Gründer von betterpolitics

Autor

Pascal Schejnoha

Pascal ist Gründer von betterpolitics und schreibt über politische Kommunikation im Real Life und auf Social Media aus dem politischen Herzen Stuttgarts.

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