Nach dem kommunikativen Sommerschlaf kehrt der September mit voller Wucht zurück – und 2026 ganz besonders. Gleich vier Wahlen finden in diesem Monat statt, die Parlamente tagen wieder, und die inhaltliche Auseinandersetzung nimmt Fahrt auf. Wer jetzt nicht kommuniziert, verschenkt Sichtbarkeit in einem der aufmerksamkeitsstärksten Monate des Jahres.
In diesem Artikel nehme ich den September 2026 unter die Lupe: die Wahltermine, die wichtigsten Aktions- und Gedenktage – und konkrete Ideen, wie du sie als politisch Aktiver nutzen kannst.
Wahltermine September 2026
Der September 2026 ist das Herzstück des deutschen Wahljahres. Gleich vier Urnengänge finden innerhalb von zwei Wochen statt:
6. September – Landtagswahl Sachsen-Anhalt Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte wählen den neunten Landtag in Magdeburg. Die CDU unter Ministerpräsident Sven Schulze geht als Amtsinhaber ins Rennen, die AfD liegt in Umfragen zeitweise bei 38–40 Prozent. Eine schwierige Mehrheitsbildung gilt als wahrscheinlich.
13. September – Kommunalwahl Niedersachsen In ganz Niedersachsen werden Stadt- und Gemeinderäte, Kreistage sowie die Regionsversammlung Hannover neu gewählt. Gleichzeitig finden in vielen Kommunen Direktwahlen von Bürgermeistern und Landräten statt. Eine eventuelle Stichwahl folgt am 27. September.
20. September – Abgeordnetenhauswahl Berlin Berlins rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte wählen das 21. Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen.
20. September – Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern Zeitgleich mit Berlin wählt Mecklenburg-Vorpommern seinen neunten Landtag. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) strebt eine weitere Amtszeit an.
Content-Idee: Für alle politisch Aktiven – egal ob sie in Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern oder bundesweit tätig sind – bietet der September reichlich Stoff. Haltungen zu Demokratiefragen, Koalitionsoptionen, lokalen Wahlthemen oder den Wahlsystemen der Länder lassen sich substanziell kommunizieren. Wer die Wahlen nur als Bühne nutzt, ohne inhaltliche Tiefe zu zeigen, verpasst eine Chance.
1. September – Antikriegstag
National (Deutschland) | Fester Termin: immer 1. September
In Deutschland wird der 1. September seit 1957 als Antikriegstag begangen – auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) unter dem Motto „Nie wieder Krieg“. Das Datum erinnert an den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939, mit dem der Zweite Weltkrieg begann. Der UN-Internationale Friedenstag liegt dagegen am 21. September; beide Daten koexistieren mit unterschiedlichem Fokus.
Content-Idee: Kaum ein Tag lädt stärker zu einem klaren politischen Statement ein. Sicherheitspolitik, Abrüstung, der Krieg in der Ukraine, die Lehren aus der Geschichte – all das lässt sich an diesem Tag glaubwürdig verankern. Hier bietet sich eine konkrete Haltung zu einer aktuellen sicherheitspolitischen Frage an, die über das übliche Friedensbekenntnis hinausgeht.
8. September – Weltalphabetisierungstag
International | Fester Termin: immer 8. September | UNESCO-Aktionstag seit 1966
Die UNESCO rief den Weltalphabetisierungstag 1966 ins Leben. Er erinnert daran, dass weltweit noch immer rund 750 Millionen Erwachsene nicht lesen und schreiben können – trotz jahrzehntelanger Fortschritte. Das Datum geht auf die Weltkonferenz der Bildungsminister in Teheran 1965 zurück. Jedes Jahr steht der Tag unter einem anderen Motto.
Content-Idee: Bildungspolitisch Aktive können diesen Tag nutzen, um auf Alphabetisierungsprogramme, Grundbildungsförderung oder die Sprachförderung für Zugewanderte in Deutschland aufmerksam zu machen. Bildung als Grundrecht und als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe ist ein Thema, das parteiübergreifend anschlussfähig ist.
11. September – Gedenktag 9/11
International | Fester Termin: immer 11. September
Der 11. September 2001 steht für die schwersten Terroranschläge in der Geschichte der USA: vier entführte Flugzeuge, der Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers in New York, der Anschlag auf das Pentagon – fast 3.000 Tote. Die Anschläge veränderten die globale Sicherheitsarchitektur grundlegend und lösten den „Krieg gegen den Terror“ aus, der bis heute nachwirkt. In Deutschland gibt es keine offizielle staatliche Gedenkveranstaltung, aber der Tag bleibt ein fester Bezugspunkt im kollektiven Gedächtnis.
Content-Idee: 2026 jähren sich die Anschläge zum 25. Mal – ein runder Jahrestag, der mediale Aufmerksamkeit garantiert. Für Außen- und Sicherheitspolitiker bietet sich eine Reflexion über 25 Jahre Anti-Terrorpolitik an: Was hat der Westen aus dem 11. September gelernt? Wie hat sich die internationale Sicherheitslage seitdem verändert? Solche Fragen lassen sich analytisch und haltungsstark kommunizieren.
15. September – Internationaler Tag der Demokratie
International | Fester Termin: immer 15. September | UN-Aktionstag seit 2007
Die UN-Generalversammlung rief 2007 mit Resolution 62/7 den 15. September zum Internationalen Tag der Demokratie aus. Das Datum erinnert an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung über Demokratie durch die Interparlamentarische Union im Jahr 1997. Jedes Jahr steht der Tag unter einem anderen Motto.
Content-Idee: In einem Monat mit vier Wahlen bekommt dieser Tag eine besondere Dynamik. Ein Statement zur Bedeutung von Wahlbeteiligung, zur Stärke demokratischer Institutionen oder zur Bedrohung der Demokratie durch Extremismus – direkt zwischen Sachsen-Anhalt-Wahl und den September-20-Wahlen platziert – kann inhaltlich stark wirken. Kein Allgemeinplatz, sondern ein konkreter Bezug zum aktuellen politischen Moment.
21. September – Internationaler Tag des Friedens
International | Fester Termin: immer 21. September | UN-Aktionstag seit 1981
Die UN-Generalversammlung erklärte 1981 den 21. September zum Internationalen Tag des Friedens. Seit 2001 gilt er offiziell als weltweiter Tag der Gewaltlosigkeit und Waffenruhe – die UN fordern, dass an diesem Tag alle Kampfhandlungen weltweit für mindestens 24 Stunden ausgesetzt werden. Jedes Jahr steht der Tag unter einem anderen Motto, das Generalsekretär und Generalversammlung festlegen.
Content-Idee: Der 21. September liegt in diesem Jahr einen Tag nach den Berlin- und Mecklenburg-Vorpommern-Wahlen. Ein Statement zu Frieden und europäischer Sicherheit in der Nachwahlwoche kann einen bewussten Kontrast zum politischen Tagesgeschäft setzen – und zeigt, dass man über den Wahltag hinaus denkt.
26. September – Internationaler Tag für die vollständige Beseitigung von Kernwaffen
International | Fester Termin: immer 26. September | UN-Aktionstag seit 2013
Die UN-Generalversammlung beschloss 2013, den 26. September als Internationalen Tag für nukleare Abrüstung zu begehen. Hintergrund war die Hochrangige Konferenz der Vereinten Nationen über nukleare Abrüstung an diesem Tag in New York. Angesichts neu aufgeflammter Debatten über nukleare Abschreckung, den Zerfall des INF-Vertrags und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Thema erheblich an sicherheitspolitischer Aktualität gewonnen.
Content-Idee: Für Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitiker ist dieser Tag ein substanzieller Anlass. Die Debatte um die nukleare Teilhabe Deutschlands, den Atomwaffensperrvertrag oder die Sicherheitsarchitektur in Europa lässt sich an diesem Tag präzise und haltungsstark aufgreifen – jenseits von symbolischen Friedensfloskeln.
Dieser Artikel ist Teil der monatlichen Content-Kalender-Reihe von betterpolitics. Jeden Monat findest du hier die wichtigsten Termin-Anker für politische Kommunikatoren – mit Hintergrund und konkreten Content-Ideen.


